Dunkles Titelbild mit der Aufschrift Online-Kurs erstellen und verkaufen und dem BusinessBoost One Schild

Online-Kurs erstellen und verkaufen: der ehrliche Leitfaden

August 05, 2026

Die meisten Online-Kurse scheitern nicht an der Technik. Sie scheitern daran, dass zuerst vierzig Videos aufgenommen werden und danach jemand gesucht wird, der sie kauft.

Dieser Leitfaden dreht die Reihenfolge um. Du liest hier, wie du prüfst, ob überhaupt jemand für dein Thema zahlt, wie du den Kurs aufbaust, was die Technik wirklich können muss und wie du ihn verkaufst. Ohne Versprechen über Umsätze, die niemand halten kann.

Der Fehler, der die meiste Zeit kostet

Der übliche Ablauf sieht so aus: Thema überlegen, Gliederung schreiben, Kamera kaufen, wochenlang aufnehmen, schneiden, hochladen, Verkaufsseite bauen, veröffentlichen. Und dann kauft niemand.

Das Problem daran ist nicht die Arbeit. Das Problem ist, dass die teuerste Arbeit ganz am Anfang steht, bevor du irgendeinen Beleg hast, dass jemand dafür Geld ausgibt. Wenn sich am Ende herausstellt, dass dein Thema zu breit war oder die Zielgruppe das Problem gar nicht als drängend empfindet, sind Wochen weg.

Dreh es um: Erst der Beleg, dann die Produktion.

Zur Schreibweise: Ob du einen Online Kurs erstellen willst oder einen Online-Kurs, ist dasselbe. Beide Formen sind gebräuchlich, wir schreiben hier durchgehend mit Bindestrich.

Schritt für Schritt zum Online-Kurs

  1. Prüfen, ob jemand dafür zahlt. Bevor du eine Sekunde aufnimmst. Wie das geht, steht gleich unten.
  2. Das Versprechen festlegen. Ein Satz: Wer bist du, wo steht der Teilnehmer am Ende, und woran merkt er es. Wenn du das nicht in einem Satz sagen kannst, ist der Kurs noch zu breit.
  3. Den Weg in Etappen zerlegen. Nicht nach Themen gliedern, sondern nach dem Weg vom Ist-Zustand zum Ergebnis. Jede Etappe endet mit etwas, das der Teilnehmer getan hat, nicht mit etwas, das er gehört hat.
  4. Die erste Runde live halten. Verkauf den Kurs, bevor er existiert, und liefere ihn beim ersten Mal live aus. Das klingt unbequem, ist aber der schnellste Weg zu einem Kurs, der wirklich passt.
  5. Erst danach aufnehmen. Jetzt weißt du, wo die Teilnehmer hängenbleiben, welche Fragen dreimal kamen und welcher Teil überflüssig war. Diese Fassung nimmst du auf.
  6. Verkaufen und nachschärfen. Der Kurs ist ab jetzt ein Produkt, das du pflegst, kein Projekt, das fertig wird.

Wie du vorher prüfst, ob jemand zahlt

Es gibt nur einen belastbaren Beleg, und das ist Geld. Alles andere ist Höflichkeit. „Klingt spannend, sag Bescheid wenn es soweit ist" bedeutet nichts.

Drei Wege, die wirklich etwas aussagen, aufsteigend nach Verbindlichkeit:

  • Ein Vorverkauf. Du beschreibst den Kurs, nennst den Preis und den Starttermin, und verkaufst ihn zu einem Einführungspreis. Kommen genug Käufe, baust du. Kommen keine, hast du dir Wochen gespart und musst nur zurückzahlen.
  • Ein bezahlter Workshop. Eine einzelne Etappe deines Kurses, als Termin, gegen Geld. Du siehst sofort, ob das Thema trägt, und hast Material für den späteren Kurs.
  • Eine Warteliste mit Gespräch. Die schwächste Form, aber besser als nichts. Wichtig ist das Gespräch: Frag die Leute, was sie bisher versucht haben und was sie das gekostet hat. Wer noch nie Geld für das Problem ausgegeben hat, wird es meist auch bei dir nicht tun.

Wie du den Kurs aufbaust

Ein paar Dinge, die sich in der Praxis bewähren:

Kurze Einheiten schlagen lange. Fünf bis zehn Minuten pro Video. Niemand sitzt freiwillig eine Stunde vor einem Bildschirm, und wer eine Einheit nicht in einer Kaffeepause schafft, verschiebt sie und kommt nicht wieder.

Jede Einheit endet mit einer Handlung. Ein Arbeitsblatt, eine Aufgabe, eine Entscheidung. Kurse, in denen nur konsumiert wird, werden nicht zu Ende gesehen, und wer nicht zu Ende sieht, empfiehlt nicht weiter.

Die erste Einheit ist die wichtigste. Sie entscheidet, ob jemand dranbleibt. Bau dort einen schnellen, sichtbaren Erfolg ein, nicht deine Vorstellung und die Kursorganisation.

Technisch reicht weniger, als du denkst. Ein aktuelles Telefon, ein Mikrofon für dreißig bis achtzig Euro und Tageslicht von vorne. Der Ton ist wichtiger als das Bild. Verwackeltes Bild verzeiht man, schlechten Ton schaltet man ab.

Der schwierigere Teil: den Online-Kurs verkaufen

Hier entscheidet sich alles, und hier hört die Anleitung in den meisten Ratgebern auf.

Du brauchst eine Verkaufsseite, keine Übersichtsseite

Eine Seite, ein Ziel, kein Menü, das wegführt. Überschrift mit dem Ergebnis, nicht mit dem Kursnamen. Der Preis gehört sichtbar auf die Seite. Wie so eine Seite aufgebaut ist, haben wir ausführlich beschrieben: Landingpage erstellen.

Kaltstart funktioniert selten

Wer heute zum ersten Mal von dir hört, kauft selten sofort einen Kurs. Dazwischen gehört etwas Kleines: ein Webinar, eine kostenlose Einheit, eine Mailstrecke über ein paar Tage. Das ist keine Verkaufstaktik, sondern schlicht die Zeit, die jemand braucht, um dir zuzutrauen, dass du ihm helfen kannst.

Ein aufgezeichnetes Webinar, das dauerhaft läuft, ist dabei für viele der Verkaufsmotor. Du hältst es einmal, danach arbeitet es weiter.

Die Leute, die schon einmal gekauft haben, sind die günstigsten Käufer

Neue Interessenten zu gewinnen kostet Geld oder Zeit. Bestehende Kunden kennen dich bereits. Ein zweiter, aufbauender Kurs an dieselbe Liste ist fast immer leichter verkauft als der erste an Fremde.

Was eine Online-Kurs-Plattform können muss

Hier trennt sich, ob du ein Werkzeug hast oder fünf. Diese Punkte solltest du bei jedem Anbieter durchgehen:

  • Video-Hosting inklusive. Sonst brauchst du einen zweiten Dienst nur zum Ausliefern.
  • Zugang steuern. Wer bezahlt hat, kommt rein. Wer kündigt, nicht mehr. Von selbst, ohne dass du Listen pflegst.
  • Kassieren ohne Fremdanbieter. Zahlungslink oder Kaufseite direkt an den Kurs gekoppelt.
  • E-Mails an deine Teilnehmer. Willkommensmail, Erinnerung bei Stillstand, Hinweis auf die nächste Einheit. Das gehört zusammen mit der Kursplattform, sonst gleichst du ewig Listen ab.
  • Ein Ort für Austausch. Community oder Gruppe. Teilnehmer, die miteinander reden, bleiben länger dabei.
  • Deine eigene Domain. Dein Kurs sollte unter deinem Namen laufen, nicht unter dem des Anbieters.

Rechne vor dem Vergleich zusammen, was du heute für diese Bausteine getrennt zahlst. Erst diese Summe ist dein echter Vergleichswert, nicht der Einstiegspreis eines einzelnen Werkzeugs.

Wer regelmäßig Online-Kurse anbieten will, sollte noch einen Punkt dazunehmen: Wie leicht legst du den zweiten und dritten Kurs an? Wenn jeder neue Kurs wieder Einrichtungsarbeit bedeutet, bremst dich das genau dann, wenn es zu laufen beginnt.

Wie das bei BusinessBoost One läuft

Kurse sind bei uns kein Zusatzmodul, sondern Teil der Plattform. Die E-Learning-Plattform mit eigenem Video-Hosting, ein Mitgliederbereich, die Community für den Austausch, Webinare live und automatisiert, dazu Zahlungslinks, Rechnungen und das E-Mail-Marketing für deine Teilnehmer. Alles in einer Oberfläche, unter deiner Domain.

Der Unterschied, der uns wichtig ist: Wir richten den ersten Kurs mit dir gemeinsam ein, statt dir eine Wissensdatenbank zu verlinken.

Ehrlich dazugesagt: Das E-Mail-Kontingent liegt bei 5.000 Mails im Monat im Business-Plan und 25.000 im Boost-Plan. Bei einer großen Liste und häufigen Mailings solltest du das vorher durchrechnen lassen.

Die Preise stehen auf der Seite Preise, der volle Funktionsumfang unter Funktionen, und testen kannst du beide Pläne 30 Tage kostenlos.

Ob dein jetziges Werkzeug für einen Kurs reicht, kannst du in zehn Minuten selbst prüfen. Dafür haben wir ein Raster mit 25 Fragen, bei dem du eine Spalte selbst ausfüllst.

Häufige Fragen

Wie lang sollte ein Online-Kurs sein?

So lang, wie das Ergebnis es braucht. Ein Kurs, der ein einzelnes Problem in zwei Stunden löst, ist mehr wert als einer, der zwanzig Stunden füllt und niemanden ans Ziel bringt. Teilnehmer kaufen ein Ergebnis, keine Stundenzahl.

Was soll mein Online-Kurs kosten?

Orientiere dich am Wert des Ergebnisses, nicht am Aufwand deiner Produktion. Wenn dein Kurs jemandem eine Arbeitswoche spart oder einen Auftrag bringt, ist das der Maßstab. Sehr niedrige Preise ziehen erfahrungsgemäß Teilnehmer an, die den Kurs nie beginnen, und das kostet dich Empfehlungen.

Brauche ich teure Technik für die Aufnahme?

Nein. Ein aktuelles Telefon reicht für den Anfang. Investier zuerst in ein Mikrofon und in gutes Licht von vorne. Der Ton entscheidet, ob jemand dranbleibt.

Kann ich einen Online-Kurs anbieten, ohne Aufnahmen zu machen?

Ja, und für die erste Runde ist es sogar der bessere Weg. Halte die Etappen live als Termine ab. Du lieferst denselben Wert, lernst dabei, wo es hakt, und nimmst erst danach auf.

Wie verhindere ich, dass mein Kurs weitergegeben wird?

Ganz verhindern lässt es sich nicht. Ein geschützter Mitgliederbereich mit persönlichem Zugang deckt die meisten Fälle ab. Wichtiger als die Absicherung ist, dass der Kurs Betreuung enthält, die man nicht weitergeben kann, etwa Fragestunden oder die Community.

Was, wenn sich mein Kurs nicht verkauft?

Dann liegt es fast immer an einem von drei Dingen: Das Problem ist den Leuten nicht dringend genug, sie kennen dich noch nicht gut genug, oder die Verkaufsseite erklärt das Ergebnis nicht klar. Prüf in dieser Reihenfolge. Am Kurs selbst liegt es am seltensten.

Dietmar Pogatschnig

Dietmar Pogatschnig

Gründer von BusinessBoost One. Ich helfe Selbstständigen und kleinen Unternehmen dabei, ihr Marketing auf eine Plattform zu bringen, statt fünf Werkzeuge nebeneinander zu bezahlen.

Back to Blog